über den Weltraum

Der Weltraum ist ein freier Projektraum in München.

„Energie und Liebe, Noblesse und Freiheit, klares
Denken und gute Sitten erheben sich überall auf der

Erde wie prachtvolle Fontänen dynamischen Lebens.“
Ortega y Gasset, 1921

Liebe und Verausgabung
Eine Stadt ist immer nur so gut wie die Menschen, die in ihr leben. Gleiches lässt sich auch über die Kunstszene einer Stadt sagen: Deren Lebendigkeit und Qualität ist vor allem von der Aktivität ihrer Protagonisten bestimmt, d.h. von den Künstlern und Kuratoren vor Ort, den Sammlern, Galeristen und Kritikern. Dabei sind es nicht zuletzt die unabhängigen Projekträume und Offspaces, die das spezifische künstlerische Klima einer Stadt prägen und ausmachen. Vor allem in München halten – nach einer doch spürbaren Galerienabwanderung nach Berlin – derzeit vor allem die Projekträume die Fahne hoch, indem sie ein durchaus professionelles und internationales junges Programm jenseits von städtischer Förderung, staatlicher Subventionierung oder kommerziellen Vermarktungsinteressen zeigen.

Der „Weltraum“ in der Rumfordstraße zählt in München zu den aktivsten Plattformen. Als Projektraum mit der höchsten lokalen Ausstellungsfrequenz kann er dabei auf einen enormen Output zurückblicken: 100 Künstler in 3 Jahren! [nahezu eintausendfünfhundert Künstlerinnen und Künstler haben seit 1997 im Weltraum ausgestellt.]

Das heißt auch: Jede Woche eine neue Ausstellung, jeden Freitag Eröffnung! Darunter Münchner Künstler, Künstler und Designer aus anderen Städten und anderen Ländern. Dazu Vorträge, Diskussionen und und und. – Zu schaffen ist das wohl überhaupt nur mit einer erheblichen Überinvestition von „Energie und Liebe“ in die Künstler und die Kunst. Motiviert ist dieser freiwillige Einsatz durch die feste „idealistische“ Überzeugung, damit Wichtiges für die Sache zu leisten. Ein gewisser Pragmatismus, wie er sich in den lakonischen Einladungsmails, die nur aus der Betreffzeile bestehen, zeigt, gewährleistet die praktische Durchführbarkeit eines solchen Konzepts der „Ermöglichung“.

Schon das vorgelegte Tempo gibt dabei den Style vor: Der Weltraum ist weniger der Ort überkuratierter Ausstellungskonzepte, sondern zeigt neue künstlerische Positionen unprätentiös und ohne zu engmaschigen programmatischen Filter. Dabei auf eine charmante Art „quick and dirty“, ein bisschen wie im Kettenkarussell, aber mit „klarem Denken“ ausgewählt und – mit „guten Sitten“ – bei Bier und Ofenwärme geschmackvoll vorgetragen: eine „prachtvolle Fontäne dynamischen Lebens“ eben.

Daniela Stöppel

A city is only as good as the people who live in it. The same can be said of the art scene of a city: Their vitality and quality is determined mainly by the activity of its protagonists, that is from the artists and curators on the ground, collectors, gallery owners and critics. This is not least the independent project spaces and offspaces that define the specific artistic climate of a city and make up. Above all, keep in Munich – after a gallery but significant exodus to Berlin – currently high above all the project areas the flag by showing a thoroughly professional and international young program beyond urban development, public subsidies or marketing commercial interests.

The “space” in the Rumford street in Munich is one of the most active platforms. As the project area with the highest frequency local exhibition, he can look back on an enormous output: 100 artists in 3 years! [almost fifteen hundred artists have exhibited in space since 1997.] This also means that every week a new exhibition opening every Friday! Including Munich artists, artists and designers from other cities and other countries. These lectures, discussions and so on. – Is to create the well at all, only with a substantial over-investment of “energy and attention” to the artists and the arts. Motivated this voluntary use by the firm “idealistic” conviction so important to do for the cause. A certain pragmatism, as he shows in the laconic invitation mails that consist only of the subject, to ensure the practical feasibility of such a concept of “enabling”.

Even the tempo is presented here prior to the Style: Space is the place less überkuratierter exhibition concepts, but as the new artistic positions, unpretentious and without programmatic meshed filter. Here in a charming sort of “quick and dirty, a bit like the whirligig, but with a” clear thinking “is selected and – with” good morals “- presented tastefully with beer and furnace heat: a” magnificent fountain dynamic life “just.

Daniela Stöppel